Kundenbindung im Fitnessstudio – So halten Sie Ihre Mitglieder

Kundenbindung im Fitnessstudio – So halten Sie Ihre Mitglieder

Ein Schlüssel zu einer höheren Kundenbindung im Fitnessstudio ist der Wohlfühlfaktor der Kunden

Nachhaltigkeit und Kundenbindung im Fitnessstudio läßt sich also durch den Zeitraum der Mitgliedschaft messen. In kleineren Zyklen einer bestehenden Mitgliedschaft sogar ab dem Moment, wo das Mitglied das Studio betritt bis zum Zeitpunkt des Verlassens. (also pro Monat, Woche oder Tag bis hin zur kleinsten Trainingseinheit).

Die Kennzahl „Erreichung des Trainingsziels“ stellt die erfolgreich abgeschlossenen Trainingseinheiten im Verhältnis zu den geplanten dar. Wenn ein Mitglied also plant 12 Trainingseinheiten im Monat komplett zu absolvieren und dieses auch durchführt, würde man 100% „Erreichung des Trainingsziels“ notieren. Wenn er von den geplanten 12 nur 6 absolviert wäre die Kennzahl also bei 50% „Erreichung des Trainingsziels“. Wir können die Nachhaltigkeit also in Monaten und die Trainingsziele in Sessions pro Monat messen.

Jetzt wird es interessant! Die Übungsintensität steht in direktem Verhältnis zur Häufigkeit der Trainingseinheiten und ist somit für die Kundenbindung im Fitnessstudio verantwortlich.

Kundenbindung im Fitnessstudio: Wenn die Intensität steigt, nimmt die Trainingshäufigkeit ab.

Je fordernder ein Workout ist, je härter ist es auch dieses komplett durchzuführen. Das wird jetzt einige begeisterte Anhänger des HIIT Trainings überraschen – ist aber so! Am Ende ist entscheidend wie intensiv und kraftraubend ein Workout in der Durchführung ist. Die Bindung zum Mitglied wird davon maßgeblich beeinflusst – positiv wie negativ.

  • schwer durchführbar: (z.B. Faktoren wie Koordination und Kraftaufwand) – geringe Bindung sowie geringer Erfolg auf 100% Erreichung des Trainingsziels
  • realistisch durchführbar: (z.B. Faktoren wie Zeit und andere Wohlfühlfaktoren (s.o.) – hohe Bindung sowie hoher Erfolg auf 100% Erreichung des Trainingsziels

Komplexität killed Erfolg

Mein Lieblingsbeispiel ist Gin Miller mit der Einführung von Step Aerobic. Es war ein leichtes Training in dem die Teilnehmer selbst über die Trainingsintensität entscheiden konnten. Sie haben lediglich die Höhe des Steps an ihr Level angepasst. Des weiteren konnte jeder entscheiden, ob er die Arme mit einsetzt oder lieber darauf verzichtet. Es war also leicht dem Stundenablauf zu folgen, leicht durchzuführen und anzupassen und hatte große Chancen auf die Erreichung des gesetzten Trainingsziels. Daraus resultierten große Teilnehmerzahlen und weltweiter Erfolg.

Leider hat sich über die Zeit eine sehr komplexe Choreographie mit unglaublich schwierigen Übungsfolgen eingeschlichen. Alle sehr erfahrenen „Stepper“ fanden diese Klassen extrem reizvoll. Übrigens auch diverse Stepinstruktoren. (Anmerkung: Jeder Trainer, der in der Lage war, einen Salto über den Step zu machen und drunter durch zu kriechen galt als Koryphäe;-). Das diese sich selbst den Nachwuchs damit „versauen“ hätte damals noch niemand gedacht. (Ich übrigens auch nicht).

Retrospektiv betrachtet hat es dazu beigetragen, dass Step heute nicht mehr wesentlicher Bestandteil der Kurse ist, da kein Anfänger mehr in der Lage ist, den komplexen Abläufen zu folgen. Schade.

Komplexität schadet in vielen Bereichen! Nicht umsonst hat sich die KISS Formel bewährt:

Keep It Short and Simple

Kundenbindung im Fitnessstudio

Kundenbindung im Fitnessstudio

Um Kundenbindung im Fitnessstudio herzustellen, benötigen wir aber Konzepte von der Fitness Industrie, die es ermöglichen Intensität und Komplexität anzupassen. Diese müssen wir langsam steigern um dem Mitglied ein hohes Maß an „Wohlfühlenfaktor“ zu ermöglichen.

Schon die Selbstschutztheorie besagt, dass Menschen Situationen vermeiden werden, in denen sie sich unwohl oder inkompetent fühlen. Um also Nachhaltigkeit im Studio zu erreichen, müssen wir Vertrauen und Kompetenzen der Mitglieder behutsam aber stringent aufbauen. Der Prozess an sich sollte sich immer in der Komfortzone abspielen.

WICHTIG – lediglich der Prozess! Also die Aufbereitung des Trainerwissens und die Bereitstellung für den Kunden

Wenn wir an Nachhaltigkeit denken, sollten wir auch an systemische Abläufe denken. Unser Ziel muss es sein, dem Mitglied Abläufe zu präsentieren, die ihn konsequent bei seiner Zielerreichung unterstützen. Nicht nur mit der Durchführung von Übungen, nein, auch in der psychologischen Aufbereitung der zu leistenden Trainingsleistung.

Nehmen wir das Beispiel von Personal Trainern: Die meisten Trainer bewerben ein Paket von 8-12 Wochen für eine Körpertransformation inklusive Ernährungsprogramm und Wohlfühlgarantie! Natürlich ist es in dem Zeitraum absolut möglich, gute Ergebnisse zu erreichen, aber reicht es auch, in dem Mitglied nach dem Programm langanhaltende Veränderungen zu etablieren? Wie schaffen wir es also das Trainingsziel des Kunden mit der Nachhaltigkeit zu kombinieren? Ich ziehe dafür ein kleines Beispiel ran: Stellen wir uns vor ich bin ihr Coach. Wir haben 12 Wochen zusammen trainiert und wir haben den ersten Trainingsblock erfolgreich abgeschlossen. Sie möchten jetzt alleine und ohne extrinsische Motivation (Motivation von außen z.b. durch einen Trainer) weiter trainieren. Mein Job ist es also jetzt sie zu „entzünden“ – also die intrinsische Motivation (Motivation aus sich selbst heraus entwickelt) zu entfachen, um sie weiterhin als Kunde zu binden.

Nun erstelle ich folgenden Plan für Sie: Absolvieren Sie pro Woche 150min Krafttraining! (Jetzt könnten sie als Trainer sagen, dass ist zu viel oder zu wenig, man sollte auch funktionelles Training hinzufügen etc etc…Stimmt. Darum geht es hier aber gar nicht)

Eine Tatsache ist, dass wir unsere Kunden über die Folgeeinheiten informieren müssen. Wir schreiben dem Kunden also Trainingspläne. Somit entscheiden Sie also maßgeblich mit, wie sich der Kunde bei der Erreichung seines Trainingszieles fühlt (Ebenso bei der Nichterreichung). Wieso? Wie groß ist wohl die Chance, eine 150min Trainingseinheit pro Woche erfolgreich abzuschließen? Wenn die Information des Trainers ist: „Machen sie nur 150min Sport pro Woche und erreichen Sie Ihr Ziel“! könnte dies psychologisch ein schwerer Brocken sein.

Wenn Sie das Ziel runter brechen, stellt sich die Herausforderung deutlich positiver dar. Z.B. in dem Sie dem Kunden die Trainingszeiten in drei kleine Einheiten planen:

„3 x 50 min Sport auf dem Weg zur Traumfigur“. Ein geringerer Aufwand – augenscheinlich – aber eine höhere Bindung mit deutlich höherer Aussicht auf Erfolg bei der „Erreichung des Trainingsziels“ und daraus positiv resultierendem Trainingsverhalten des Kunden.

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Kundenbindung im Fitnessstudio entsteht, wenn der Kunde sich wohlfühlt und das gesteckte Trainingsziel erreicht!

Was fühlt sich besser an für sie? Ich habe meine „150min Einheit nicht geschafft“ oder „ich war diese Woche 3 x 50 min beim Sport?“ Entscheiden sie selbst.

Viel Spaß bei der Kundenbindung im Fitnessstudio.

 

 

 

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