Depression während Corona bekämpfen

 

In diesem Artikel geht es um die Verstimmungen, die schlechte Laune und die Angstzustände, die viele Menschen gerade in der jetzigen Situation schwer belasten. Nicht nur, dass die Jahreszeit nicht schon genug auf das Gemüt schlägt, nein, die verhängten Maßnahmen sowie die Isolation in der eigenen Wohnung erhöhen das Risiko von Depressionen oder depressiven Verstimmungen.

WICHTIG: Dieser Artikel ersetzt selbstverständlich keinen Arzt oder Besuch bei einem Therapeuten. Aber die hier gegebenen Empfehlungen verbessern deine Lebensqualität und deine subjektive Empfindung ganz sicher!

 

„Gerade jetzt in der Winterzeit spüren viele Menschen den Vitamin D Mangel und verfallen in Depressionen“.

So oder so ähnlich beginnen viele Artikel von Nahrungsergänzungsmittelfirmen oder Menschen, die mit in Zeiten von Corona und Covid-19 ihr Geld damit verdienen.

Grundsätzlich ist es natürlich richtig, dass gerade in den Wintermonaten zu wenig Vitamin D gebildet werden kann. In Zeiten des Lockdown kommen aber noch entscheidende Faktoren hinzu:

 

– Soziale Isolation

– Zu wenig Sportmöglichkeiten

– zu viel sitzende Tätigkeit durch die QuarantänE

Was kann ich gegen meine schlechte Stimmung und Angeschlagenheit tun? Wie bekomme ich wieder bessere Laune und wie kann ich meinem Leben wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen?

Die Maßnahmen, wie sie in der Coronapandemie eingeleitet worden sind, gehen völlig an den Bedürfnissen des Menschen vorbei. Physische und psychische Gesundheit lassen sich nicht voneinander trennen, sondern bedingen sich gegenseitig.

Der Fokus der eingesetzten Mittel liegt einzig auf der Eindämmung des Virus. Dies hat sicherlich seine Berechtigung, allerdings wünschen sich viele Menschen und Fachleute einen feinfühligeren Umgang mit den Maßnahmen, gerade unter dem Gesichtspunkt der physischen und psychischen Gesundheit der Menschen abseits der COVID-19 Infektionen.

 

Denn nicht nur ältere Menschen leiden unter altersbedingtem Muskelverlust (Sarkopenie). Jeder Isolierte leidet unter negativen, psychosozialen Aspekten, wie türkische Forscher in ihrer Studie belegen.

(Ozdemir F et al. The role of physical activity on mental health and quality of life during COVID-19 outbreak).

 

In dieser Studie wird die mentale Verfassung im Zusammenhang mit der Durchführung von ausreichend sportlicher Aktivität erfasst.

Studiendesign:

In der Onlinestudie, deren Teilnehmer im Schneeballverfahren (Schneeball: Probanden rekrutieren Probanden) ausgewählt wurden, haben 2659 Teilnehmer unterschiedlichste Fragebögen zu körperlicher Aktivität, mentaler Verfassung und Lebensqualität beantwortet.

(2301 Personen haben die Studie komplett beendet).

Bemessungsgrundlage der Studie waren die körperliche Aktivität gemessen in MET (Metabolic equivalent task. Einheit zur vergleichenden Berechnung/Darstellung des Energieverbrauchs bei unterschiedlichen Tätigkeiten).

Berechnung:

MET  | Aktivität

  • MET 3,3          | laufen
  • MET 4              | moderate bis intensive körperliche Aktivität
  • MET 8              | intensive körperliche Aktivität

 

Beispiel:

  • 60 Minuten laufen x Faktor 3,3= 198 MET-min
  • 60 Minuten intensive körperliche Arbeit x Faktor 8= 420 MET-min

Ergebnis:

  •  <600 MET-min/Woche verbraucht haben, gelten sie als körperlich inaktiv.
  • 600-3000 MET-min/Woche gilt als niedrige körperliche Aktivität
  • > 3000 MET-min/Woche gilt als ausreichende körperliche Aktivität.

Weitere Infos über die durchgeführte Studie:

  • Alter 36,2 Jahre (Durchschnitt)
  • 1406 weiblich
  • 501 TN (21,8%) moderate bis schwere Depressionen
  • 569 waren moderat bis schwer ängstlich
  • MET Minuten/Woche (Durchschnitt): 875 (+/-1) Minuten

Ergebnisse:

  • 62,5% waren nicht körperlich aktiv

  • 30,6% bewegten sich sehr wenig

  • 6,9% absolvierten ausreichendes Sportpensum

Depressionen bekämpfen in Homeofficezeiten!

Was es laut dieser Studie zu beachten gibt!

Was bedeutet in dem Zusammenhang „ausreichend“?

Als ausreichend wird in dem Moment das Maß der Aktivität bezeichnet, der erforderlich ist, um die Gesundheit zu erhalten. (Die geringe Gesamtanzahl von nur 6,9% wird übrigens auf die Pandemiesituation geschoben).

Ein weiterer Marker wurde zum Thema Lebensqualität überprüft. Dieser ergab, dass die Beurteilung der Probanden mit bereits im Vorfeld erstellten Studien verglichen worden sind und messbar schlechter beurteilt wurden. Dies war allerdings aufgrund der vorherrschenden Pandemiesituation erwartet und absehbar.

 

Was bedeuten die Zahlen im Zusammenhang mit Depressionen?

Je höher die körperliche Aktivität war, desto geringer sind Depressionen und Ängstlichkeit ausgefallen.

 

Probanden, die ein höheres Aktivitätslevel hatten, bewerten ihre Lebensqualität höher und ihre depressiven Stimmungen/Ängste als deutlich geringer.

Fest steht, dass sich die Pandemie negativ auf die Bewegungshäufigkeit aller Menschen ausgewirkt hat. Dies untermauern auch bereits ältere epidemiologische Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Körperliche Inaktivität fördert Depressionen und Ängstlichkeit und hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität des Individuums.

Training und jede andere körperliche Aktivität haben einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität bei gesunden wie auch chronisch/vorerkrankten Menschen.

Somit ist jedem Menschen anzuraten, sich während der Pandemie als auch danach ausreichend und vor allem regelmäßig zu bewegen.

Wenn Sie Fragen haben oder Lösungen suchen, dann melden sich sich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch.

 

Weitere Tipps und Quellenangaben.

Mentale Gesundheit Eine aktuelle Befragung zeigt, dass sich die Zahl der Menschen mit psychischen Problemen während der Pandemie erhöht hat. Infos: https://www.axa.de/presse/unsichtbare-dritte-welle-corona

 

Quelle: Ozdemir Fetal. The role of physical activity on m,ental health and quality of life during COVID-19 outbreak: A cross-sectional study. European Journal of Integrative Medicine (2020), doi: https:j /doi.org/10.1016/j. eujim.2020.101248 Literatur 1 https:j /statologie.de/schneeballverfahren/ 2 S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression. Abrufbar unter https:j /www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-0051_S3_Unipola-re_Depression_2017-05.pdf (zuletzt abgerufen am 26.11.2020)

Dies ist ein Artikel über den Bericht von Fr. Dr. Miriam Sonnet, nachzulesen in der Bodylife 01.2021.