In diesem Artikel findet ihr eine Zusammenfassung des aktuellen Buches von Martin Rooney und seiner Coachingregeln. Ich habe mir erlaubt diese mit meinen Erfahrungen zu mischen und so eine kurze Geschichte über das Dasein eines Coaches zu verfasssen. Ich hoffe, dass die Inhalte wertvoll sind und sie deine Sichtweise auf dich als Coach verändern werden.

Ein neues Buch


Was habe ich mich gefreut als das Buch von Martin Rooney im Juni in meinem Briefkasten steckte! Martin Rooney habe ich bei seinem ersten Besuch in Deutschland als Coach erleben dürfen. Für mich war seine Performance, seine Herangehensweise, seine Motivation absolut einzigartig. Sein Programm „Training for Warriors“ trägt nicht umsonst diesen Namen. Er selber wirkte, wie jemand der Dinosaurier, Säbelzahntiger und Chuck Norris mit der linken Hand besiegen kann. Unglaubliche Energie, unglaubliche Motivation und tatsächlich gar nicht so unglaubliche Trainingsmethoden. Aber sein WARUM, sowie die damit gewachsene und bewusste Einstellung macht für mich den Unterschied aus.

Vielmehr scheint Martins Geheimnis zu sein, dass er selber viele andere Coaches hatte und so einen Weg entwickelt hat, mit dem er Sportler so positiv beeinflusst. Ich möchte sagen, er infiziert! Als Mensch und Coach ist er persönlich maximal „coachable“ geblieben und hat das Erlernte aufgesaugt, umgesetzt und zu seinem persönlichen Trainer-Mojo werden lassen.

Spoiler Alarm

Ich werde nun in den folgenden Zeilen eine Zusammenfassung des Buches schreiben, die für jeden der das Buch lesen möchte, den Zauber nehmen könnte. Ich erlaube mir, die Inspirationen von Martin Rooney aufzunehmen und mit meiner Definition von Coaching und meinen Tools und Geschichten zu ergänzen. Alles andere wäre ja lediglich eine Nacherzählung und dies hätte für den Leser nur einen geringen Mehrwert.

Übrigens – nicht das die Information in dem Buch nicht wertvoll wären, aber sie erinnert mich sehr stark an “Das Café am Rande der Welt” adaptiert auf den Sport. (Was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut).

Ein kurzweiliges Buch

Die folgenden Zeilen sollen dir dabei helfen, deine Einstellung zu überdenken, anzupassen, zu ergänzen oder zu festigen. Ich freue mich natürlich immer über Feedback und einen ehrlichen Austausch.

Inhalt

Die Geschichte handelt von einen Footballcoach, der bereits viele Jahre seines Lebens diesem Sport gewidmet hat. In den letzten Monaten kommt er aber privat wie beruflich immer häufiger an seine Grenzen. Seine Spieler, seine Familie sein Leben und seine Selbstwirksamkeit bröckeln. Auf fast mysteriöse Weise tritt ein älterer Coach an ihn heran, der mehr oder weniger aus dem Nichts erscheint und am Ende genauso mysteriös wieder verschwindet. Er bringt 5 Coaching Regeln mit. Diese Regeln nutzt der ältere Coach um den Jungen wieder “Back on Track” zu führen. Der junge Trainer nutzt die Chance zum Austausch, geht in die Anwendung des Erlernten und auf diese Weise erfährt der Leser aus 2 Blickpunkten, wie die Coaching Regel angewendet Sinn macht. Im Wesentlichen tut die äußere Geschichte nichts zur Sache, liest sich aber für jeden Coach der im Bereich Sport zu Hause ist sehr unterhaltsam. Die Verpackung durch die Geschichte gibt Möglichkeiten bereits Erlebtes nachempfinden zu können und für die eigenen Coachings anwendbar zu machen. Der Inhalt des Buches ist einfach zu verstehen und es ergeben sich neue Ansätze, um die goldenen Regeln für sich persönlich zu nutzen. Die Story schafft Ressourcen, um auch nach jahrelanger Berufserfahrung Neugierig zu bleiben, und die Anpassung der eigenen Methoden vorzunehmen.

Hier Findest du die 5 goldenen Regeln mit einer Erläuterung von mir persönlich:

Learning:

Was du als guter Coach mitbringen solltest?

Enthusiasmus (engl.: EnthusIASM) ist die goldenste aller Voraussetzungen, um als Coach erfolgreich zu sein. (Enthus: griechisch für das göttliche und die Endung IASM (english: I am sold myself). Was in dem Fall so viel bedeutet wie „ich brenne dafür und stehe voll dahinter“.

Viele Menschen ordnen den Enthusiasmus für ihren Beruf dem Geld, einem teuren Auto oder einem schönen Haus unter. Auf diesem Weg geht allerdings die Leidenschaft, die dem Enthusiasmus innewohnt, verloren bzw. er bleibt häufig unendeckt. Der wahre Grund deiner Motivation – quasi deine Inspiration ist das WARUM hinter deiner Haltung, Überzeugung und dem Tatendrang. Um diesen Enthusiasmus zu justieren, gibt es eine Aufgabe, die dich dabei unterstützt dies herauszuarbeiten:

Der „Stift-und-Zettel“ Trick

  • Setze dich hin, nimm ein Blatt Papier und notiere genau, was du von deinem Leben erwartest!
  • Was macht dich glücklich, was erfüllt dich mit Freude und was schenkt dir tiefste Zufriedenheit, wenn du es getan und erlebt hast.
  • Mach die diese Aufgabe nicht leicht, nimm dir mehrere Stunden Zeit, überdenke das notierte, streiche es gegebenenfalls durch und notiere das nächste Ergebnis.
  • So ausgestattet wirst du zum alten Feuer und zur alten Leidenschaft zurückfinden und auch die Anwendbarkeit, worum es bei deinen Coachees geht, neu entdecken.

Was ist dein Ziel?

Vielleicht hilft es, wenn du darüber nachdenkst, wer dich in deinem Leben in dieser Hinsicht beeinflusst hat. Welcher Coach hat dafür gesorgt, dass auch du diesen Job ausüben möchtest? Dein Vater, dein Lehrer, dein Trainer im Verein oder noch eine ganz andere Führungspersönlichkeit, die dich beeinflusst hat? Wenn du dies herausgefunden hast, fällt es dir sicherlich noch leichter diese Fragen zu beantworten und dein Feuer weiter brennen zu lassen!

„Ich möchte anderen Menschen mit dem Coaching helfen. Ich möchte der beste Coach der Welt werden“

Klarheit bedeutet alles! Ohne ein konkretes Ziel werden alle deine Maßnahmen unpräzise im nirgendwo verlaufen!

Wie erreiche ich mein Gegenüber?

Wenn man es nüchtern betrachtet, muss man Geld einsetzen, bevor man an der Börse Gewinne machen kann. Ohne Investment, kein Gewinn! Wenn ich auf menschlicher Ebene gewinnen möchte, muss ich auch investieren. Ohne echte Gefühle und ohne Zeitinvest in eine Person, wird man keine Erfolge verzeichnen können. Aufmerksamkeit für die Menschen öffnet Tore zu Beziehungen, die man vorher nicht vermutet hätte. Dabei ist es vollkommen egal, ob man Coach, Vater, Vorgesetzter oder Freund ist.

Anstatt eine echte Bindung herzustellen (Coaching: pacing und leading), die die Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Coach und Cochee bildet, verwenden viele Coaches komplexe Strategien, sind aber nicht in der Lage die Grundfähigkeiten des Coachings umzusetzen .Gerade im Coaching verstecken sich “Experten” hinter den Werkzeugen und Tools, die man in den Ausbildungen lernt. Einfache Zusammenhänge zu komplex darzustellen lenkt häufig von mangelnder Empathie ab und läßt die Coahces trotzdem augenscheinlich souverän dastehen.

Persönliche Anmerkung: Wie hat mein NLP Ausbilder zu mir gesagt: “Marc, wenn du dich wirklich ehrlich für deinen Gegenüber interessierst, brauchst du keine Kommunikationstechniken /NLP (Neurolinguistische Programmierung). In diesem Zusammenhang macht es Sinn, die eigene Geschichte Revue passieren zu lassen:

Aufgabe:

Denke darüber nach, welche Coaches du in deiner Karriere erleben durftest?

  1. Hat dich je ein Coach richtig fertig gemacht mit einem Training?
  2. Hat dich ein Coach besser gemacht?
  3. War das der selbe Coach oder waren das zwei unterschiedliche Persönlichkeiten?
  4. Wie hast du dich danach gefühlt? Bei welcher Session waren deine Tanks gefüllt?

Ein harter Trainer zu sein und Leute “kaputt” zu machen ist einfach! Sportler besser zu machen ist die wahre Aufgabe. Beides geht auch. Aber nur, wenn neben der körperlichen Erschöpfung die Energie auf anderen Bereichen einzahlt.

Überdenke deine Methoden!

Was willst du machen, wenn du bereits nach 2 Monaten alle Werkzeuge, die ursprünglich zur Motivation gedacht waren und auf Härte und Strenge beruhen, eingesetzt hast? Lauter als laut schreien? Nach harten Straftrainings noch härtere Straftrainings einsetzen? Die laute Musik noch lauter drehen?

Motivation entsteht, wenn du Menschen einen Weg aufzeigst, der ihnen dabei hilft ihr persönliches Ziel zu erreichen!

Gute Trainings- und Coachingmethoden einzusetzen, die zwischen „in den Arsch treten und auf die Schultern klopfen“ gekonnt hin- und her switchen, ist die wahre Kunst des Coachings.

Ein Coach ist jemand, der mit dir auf deine Reise geht, bei der du Unterstützung brauchst, um das Ziel alleine zu erreichen!

Feedback

Um den ersten Teil des Textes nochmal aufzunehmen und in Bezug zu bringen, hilft es, wenn ihr eure Haltung als Coach reflektiert.

  • Seid ihr ein Coach, der seine Trainings extrem hart gestaltet?
  • Hat eigentlich niemand auf dem Platz die Chance, etwas zu eurer vollen Zufriedenheit zu machen?

Wenn ja, nehmt ihr euch selbst die Möglichkeit eure Spieler zu loben und ihnen zu sagen, dass ihr stolz auf sie seid!

Sollte dir diese Fähigkeit abhanden gekommen sein, empfehle ich, sich selbst mal wieder einem Training zu unterziehen, was ein Trainer gestaltet, der dich absichtlich unter Druck setzt und Stress ausübt. Beleidigung über die körperliche Konstitution (Fetter Sack, beweg dich), die Ausführung der Technik (das macht meine Oma besser, die ist 93), Explosivität der Bewegung (ein Sack Reis ist dynamischer) und die Qualität frustrieren und ziehen auch dir den “Stecker der Motivation”. Manchmal ist es eben doch sinnvoll, die Perspektive zu wechseln.

Wichtiger Hinweis: Es ist extrem wichtig zu unterscheiden, ob ihr im Profisport arbeitet oder in einem Fitnessstudio! Der wesentliche Unterschied ist die Motivation der Sportler. Ein Athleten-Mindset unterscheidet sich stark vom Kunden im Fitnessstudio. Profisportler suchen sich gezielt einen Trainer der Optimierungsmöglichkeiten findet und aufzeigt, um die Leistung zu verbessern. Beide Seiten waren erfolgreich, wenn eine ineffektive Technik-/Trainingsmethode identifiziert und ausgetauscht wird.

Hobbysportler/Einsteiger schätzen nur zu einem kleinen Anteil den Hinweis auf eine fehlerhaft ausgeführte Technik. (Dieser Anteil steigt übrigens prozentual mit der Erfahrung des Sportlers an). Grundlage der Zusammenarbeit ist hier immer die Einwilligung des Coachees zum Coaching. Nur nach Rückversicherung dürft ihr in sein System eingreifen.

Beim Profisportler ist das hingegen die Arbeitsgrundlage und als Ziel definiert. Der Hobbysportler hingegen braucht gerade am Anfang seiner Karriere Zuspruch und Lob, um motiviert bei der Sache zu bleiben.

Mehr Begeisterung für andere als für dich selbst!

Anscheinend ist es immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man an Ernsthaftigkeit und Durchsetzung verliert, wenn man nahbar ist oder mit dem Gegenüber wertschätzend und anerkennend kommuniziert.

Vielen Coaches ist es abhanden gekommen, den Menschen zu sagen, was sie richtig machen. Dies ist meiner Meinung nach darauf zurückzuführen, dass in den Universitäten und Ausbildungen häufig der Fokus darauf gelegt wird, zu erkennen was die Fehler in einer Bewegung/ Methode/Ausführung sind. Ein positiv formuliertes Ziel, welches die Information an ein Lob, eine positiven Emotion knüpft, verankert sich tiefer und ist dadurch auch leichter reproduzierbar.

(–> Diese Methode als Tool eingesetzt, lässt sich übrigens in meinem Workshop: IDEA – be the best Coach erlernen)

Aufgabe

  • Wenn du eine Führungskraft bist /Coach /Trainer oder mit Menschen arbeitest, erinnere dich daran, wann du das letzte Mal gelobt hast?!
  • Denke darüber nach, wann du von (d)einem Trainer/Coach/Vorgesetzten/Ehefrau(mann) gehört hast: „Ich bin stolz auf dich“!

Ist es nicht dass, was in uns enorme Energie wachsen lässt, einzig und allein dadurch, das wir diese Worte hören!

Die 5 wichtigsten Worte eines Coaches:

„Ich bin stolz auf dich“

Wenn du jetzt so argumentierst, dass diese großen Worte nicht inflationärer eingesetzt werden sollten, erinnere dich bitte daran, was diese Wörter mit dir gemacht haben, als du sie das letzte Mal gehört hast!

Anstatt Argumente dafür zu suchen, das Dinge nicht funktionieren, könntest du diese annehmen, überprüfen und schauen ob es nicht clever wäre, deine bisherige Ansicht durch eine neue Inspiration zu ersetzen.

Und nur weil du selber als Kind diese Wörter vielleicht nicht allzu häufig gehört hast, bedeutet es nicht, dass du nicht gleich heute damit anfangen kannst, diese zu benutzen, wenn du positive Momente mit deinem Umfeld (Menschen) kreieren möchtest.

Es spielt keine Rolle, wie du das Lob ausdrückst! Finde deine Art, den Menschen Anerkennung zu spenden

M. Rohde

Gerade im Sport wird oft mehr gehandelt als gesprochen. Verteile High Fives, ein Daumen hoch, einen Schulterklopfer oder entwickle crazy Handshakes um deine Sportler zu motivieren.

Solltest du ein Team trainieren, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit sehr schnell feststellen, dass die Freude für ein gegenseitiges Lob innerhalb des Teams wächst. Gute Spielzüge werden beklatscht, das Team rückt wieder näher zusammen und es entsteht die Einheit, die man sich wünscht.

Angst ist ein schlechter Begleiter

Als Anführer und Coach, bist du derjenige, der die Reise der Sportler begleitet. Du musst neben den Trainingsmethoden und dem Ausbau der körperlichen Fähigkeiten parallel ihre emotionalen „Batterien“ aufladen. Wenn sich die physischen Fähigkeiten innerhalb einer Saison/Spiels/Trainings leeren, bist du derjenige, der an anderer Stelle Energie spenden und aufladen muss, damit die Spieler nicht ausbrennen.

„Oh mein Gott, ich hab als Coach so viel falsch gemacht“.

Jeder von uns hat im Laufe der Jahre so gut agiert, wie er konnte. Sicherlich haben wir alle dabei eine Menge Dinge falsch gemacht Um im Jetzt-und-Hier an den Vorgehensweisen etwas zu verändern, nützt es nichts sich für die vergangenen Taten zu bestrafen oder den Kopf in den Sand zu stecken.

Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen ist vor 20 Jahren – oder heute!

Siehe jede Entscheidung, egal in welchem Zusammenhang, als die nächste und wichtigste an und versuche diese nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden.

In den seltensten Fällen bin ich in meinem Leben dafür bestraft worden, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ein Fehler war es allerdings häufig im Nachhinein, dass ich gar nicht erst ausprobiert habe dazuzulernen.

Das goldene Coaching Buch

Um so etwas zu vermeiden, gibt Martin Rooney in seinem Buch den Tipp sich ein Coaching Buch zuzulegen. Hier notiert ihr eure Learnings sowie auch die Fails.

So macht ihr es nachlesbar und immer wieder erlebbar, in welchen Situationen ihr dazu gelernt habt. Zudem entwickelt sich euer persönlicher Wertekompass und ihr könnt eure Vorgehensweisen jederzeit aktiv gestalten. 

Coachable sein und bleiben

HInter dieser goldenen Regel verbirgt sich folgendes: Bleibe offen für Neues, such dir einen Mentor, erfrage regelmäßiges Feedback, erhalte deinen Wissensdurst aufrecht, tausche dich mit anderen aus, um zu gewährleisten das du in der Praxis weiterhin dein Wissen anwendest.

Kombiniere diese Regel mit der Einstellung, sich mehr für andere, als für sich selbst zu begeistern, und du schon einen weiteren Schritt in Richtung “erfolgreicher Coach” gegangen.

The magic behind

Wenn du ehrliches Interesse am Gegenüber hast und dieses intensives Gefühl spürst, bist du wahrscheinlich empathisch. Dadurch wird der Coachees für dich spürbar. Du empfindest es, wenn du in der gemeinsamen Arbeit einen Flowmoment bei deinem Gegenüber auslöst. Du spürst deinen Gegenüber mit allen Gefühlslagen.

 Durch diesem empathischen Coachingstil aktivierst du Hirnareale deines Gegenübers. Denn Empathie ist nicht nur erlernbar, sie ist auch ansteckend. Forscher haben festgestellt, dass Menschen, die eine empathische Situation erlebt haben, in einer kurz darauf folgenden Situation deutlich mehr Empathie gezeigt haben.

Mein persönlicher Leitsatz

Wenn dein Gegenüber spürt, dass du ihm auf seinem Weg hilfst, Ziele zu erreichen, die für ihn alleine unerreichbar sind, dann schaffst du eine fast unzerstörbare Bindung.

Hilf mir, hilf dir!

Martin Rooney geht in seinem Buch wie folgt damit um: Er empfiehlt eine innere Haltung, die dem Coachee/Sportler ein Schild auf die Stirn tackert. Drauf steht: HILF MIR. Dies versetzte den Coach über die Session dauernde Zeit in einem empathische Haltung.

Hilf Dir

Um diese Haltung fast automatisiert einzunehmen, unterstützt dich dein Alltag. Umgebe dich mit Menschen, die diese Haltung in sich tragen und von denen du gerne lernen möchtest. Es wird dir leicht fallen, einem erfahrenen, empathischen Coach zu folgen und auf diese Art ein Mentoring zu erhalten. Quasi eine gelebte Lehrstunde.

Mit diesen Inhalten – der präzisen Arbeitsbeschreibung, der goldenen Regel und der trainierten Empathie solltest du nun losziehen und ihre Bestandteile dem Systemcheck unterziehen.

Überprüfe alle Tools und Empfehlungen tun, die von aussen an dich herangetragen werden.

Denn nur, wenn du die Inhalte geprüft und für dich als logisch und treffend definiert hast, erhältst du das wovon der Coach im Buch spricht. Ich nenne es dein MOJO!

MOJO

Deine Energie, deine Coaching Persönlichkeit, dein Spice, dein Vorgehen, deine Einzigartigkeit und Motivation. Die Kraft, die Erfahrung und die sozialen Kompetenzen zu haben, Aussagen und Handlungen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum optimalen Ergebnis für diese eine Person zu führen!

Nach diesem Satz könnte man eigentlich mit diesem Text abschließen. Deine innere Haltung in Kombination mit deinen Werkzeugen macht also den Unterschied. Neben deiner Empathie wächst eben auch dein Intuition für Menschen und Situationen, in denen du mit ihnen steckst.

Der heilige Gral

Wie bereits erwähnt, gibt es keine Ausrede. Wenn du ein besonderer Coach sein möchtest, kehre zuerst vor deiner eigenen Haustür. Sei ein guter Mensch, liebe deine Familie, (be)achte deine Spieler und gib ihnen die Chance, mit dir in echten Kontakt treten zu können.

Finde dein WARUM!

Simon Sinek hat die 3 goldenen Kreise entwickelt. Der Pudels Kern von Motivation und dem Willen immer besser und erfolgreicher zu sein, ist ein WARUM! Wenn du dir deinem Warum bewusst bist, bist du durchgehend on fire! Gefolgt von dem WIE man etwas tut oder WAS man tut.

Martin Rooney sagt dies mit dem Wort EnthusIASM

ENTHUS steht für die griechische Bezeichnung: göttliche Eingebung.

Die Buchstaben IASM für das englische I am sold myself, was soviel bedeutet, wie „voll hinter etwas stehen“. Dies bedeutet in dem Fall auch, seine Fehler anzunehmen und mit anderen anzusprechen, wenn sie beteiligt gewesen sind. So lassen sich Fehler (die Menschen bekanntlich machen) auch ins Gegenteil umkehren.

Beispiel: Ein Trainer raunzt einen Spieler auf dem Feld an. Der Spieler bringt ab sofort schlechterer Leistung im Spiel.

Hier hilft das direkte Gespräch nach dem Spiel mit der Frage: „Was kann ich tun, um dich besser trainieren zu können? Was motiviert dich?“. Die hierdurch geschaffene Nähe sollte sich unmittelbar und unweigerlich in den nächsten Wochen und Monaten positiv auf die Leistung des Spielers auswirken.

Zeitspanne

Ein Coach findet seine Bestimmung darin, dem Coachee Licht auf eine Ecke der Landkarte zu werfen, auf die der Coachee noch nicht hingesehen hatte. Wie der Coachee dorthin kommt, und welche Ressourcen er benötigt, erarbeiten beide miteinander. Doch jetzt kommt noch etwas viel entscheidenderes: Nichts, aber auch gar nichts ändert sich in der Zeit, in der Coach und Coachee zusammen sind.

Entscheidend für den Erfolg der Intervention ist die Zeitpanne zwischen den beiden Treffen!

  • Wie reagiert der Cee auf die Abwesenheit des Coaches?
  • Hat die Sitzung einen nachhaltigen Einfluss zur Handlungsveränderung?
  • Wie Aufgeladen fühlt sich der Sportler/Cee?
  • Was macht einen Coach aus?

Diese Frage stellt Martin Rooney im nächsten Kapitel. M. Roney schreibt sehr ausführlich, was er sich von dem Coach wünscht und wie es „richtig“ wäre. Dem widmet er ganze 3 Seiten mit kurzen Sätzen, wie z.b.:

  • Die erste Person, aus der ein Coach alles herausholen muss, ist er selbst!

Das diese 3 Seiten die Essenz seiner Arbeit sind verzichte ich bewusst darauf, diese Geheimnisse hier wortwörtlich wiederzugeben. Dafür lohnt es sich dies Buch zu kaufen 😉

Trotzdem: Ich bin hin- und hergerissen, ob diese beratenden Tipps des Coaches angebracht sind? An dieser Stelle hätte ich mir mehr Feingefühl in der Wegweisung gewünscht. Mehr offene Fragen, die mich zum Nachdenken anregen, als Ratschläge, die nicht über die Qualität einer einschlägig bekannten Illustrierten hinaus gehen. Es folgt daraus das letzte Kapitel: Der grosse Tag

Ausstrahlung und Mojo

Zurück zur Story: Einleitend stellt sich der Protagonist die Frage, wie er wohl nach all diesen Lehrstunden zu einer Coachingsouveränität kommt. Er setzt die gelernten Inhalte um, fühlt sich aber allein gelassen, von seinem alten Coach. Nun gilt es den Matchday auf eigenen Füßen zu bestehen. (Schuhe kann einem jeder schenken, laufen muss man selbst!)

An wichtigster Stelle ist wohl zu sagen, dass man als Coach am ehesten an Ausstrahlung und Souveränität gewinnt, wenn man sich seiner Leidenschaft und des Ziels bewusst ist. Plötzlich lassen sich Inhalte leichtfüßig formulieren, sehen Außenstehende, wie souverän man seine Ideen verfolgt und wie authentisch dies präsentiert wird. Es setzte eine Seelenruhe und ein Flow ein, der solange anhält, wie man sich auf seinem Weg befindet.

Jetzt ist schlussendlich noch die Frage offen, wie man eigentlich erkennt, ob man der beste Coach der Welt ist? (Oder etwas realistischer: ein erfolgreicher Coach?!)

Schau auf die Teilnehmer, die Teil deiner Coachings waren! Beobachte sie und schaue wie viel Erfolg sie Dank deiner Coachings und der Zusammenarbeit noch nach vielen Jahren haben. Daran kannst du gut erkennen, ob deine Methoden nachhaltig ausgelegt sind.

Du spürst am Interesse und den Nachfragen von jungen Kollegen, ob du etwas richtig machst. Das vorhandene Know How weiterzugeben und bei dem Weg junger Kollegen zu unterstützen, ist fast ein ungeschriebenes Gesetz, dem du folgen solltest. Anders als bei Cochees ist das wertschätzende Feedback von jungen Nachwuchscoaches häufig überwältigend. Denn auch du als erfahrener Coach musst deine Batterien wieder aufladen. Dafür dient nicht nur Familie, Freunde oder der berufliche Erfolg.

Wenn du eine Feedbackkultur in deinem Team etablierst, gehörst auch du dazu. Sei Teil des Teams und stelle dich der Situation auf dem „heissen Stuhl“. Hier bekommst du übrigens auch die Batterieladung, die du benötigst, um dich weiterentwickeln zu können.

Zu guter letzt: Bleib hungrig! Sobald du spürst, dass du satter bist als gewollt, fang an, die Herausforderungen progressiver zu gerstalten und setze dir neue Ziele.

“Ich würde alles dafür geben, nochmal da anzufangen, wo alles begann, nur damit ich das alles noch mal erleben darf!”

Danke, Martin Rooney. Für deine Gedanken, deine Geschichten und deine Weisheiten. Kleines Buch ganz gross.

Fazit

In dem Buch Coach to Coach findet man viele Grundregeln des Coachings, die man ebenso in diverser anderer Literatur findet. Für jemanden, der sich mit der Materie auseinandergesetzt hat oder eine Ausbildung in dem Bereich genießen durfte, findet sich nicht viel Neues. Allerdings schafft dieses Buch mit seinen wenigen Seiten und einer sehr leichten Story doch, dass man es in einem Zug durchlesen möchte. Und die herunter gebrochenen Regeln zeigen mal wieder, was Martin Rooney eben doch für ein Genie ist. Denn nur absolute Experten auf ihrem Gebiet sind in der Lage, komplizierte Sachverhalte einfach zu erläutern und trotzdem Spaß zu machen.

Don´t be the king, be the kingmaker. Keith Smith. (Mein Mentor)

Marc